Vernagelte Menschen machen dicht.

Und so verschlossen, ist es nicht möglich, zu ihnen vorzudringen. Geschweige dem, den Meinungspanzer durch Austausch von Argumenten ein wenig zu öffnen. Stattdessen wird der Schutzwall verteidigt, indem man aus der Festung unsachliche Brandpfeile schießt. Menschen versuchen also mit Verlassen der Sachebene, den anderen emotional zu entzünden. Gelingt das, spielt sich der vermeintliche Meinungskampf außerhalb der eigenen Meinungsumfriedung ab. Das ist nicht nur ein beliebtes Ablenkungsmanöver, sondern erspart  Selbstreflexion als eine Möglichkeit, vom einzig erklärten RECHTsweg abzuweichen. Noch beliebter und effizienter ist zum Schutz der eigenen Manifestation, den Meinungsfeind lange bevor er überhaupt den Diskurshügel erklommen hat, mit Hilfe paralleler Außenverteidiger zur Strecke zu bringen. Stehen diese nicht verlässlich zur Verfügung, disqualifiziert man den Falschdenker als seiner unwürdig und verbarrikadiert sich arrogant hinter einer unantastbaren Meinungshoheit.

Wie könnte man dem begegnen?

Wer an Belagerung und Aushungern denkt, reagiert nicht minder radikal.

Wer auf ein Wunder hofft, wartet womöglich vergebens?

Wer versucht, eine mächtigere Burg um sich zu bauen, grenzt sich dauerhaft ab.

Könnte das helfen?

  • Suche ein anderes Thema, gern deutlich belangloser, aber immer noch so verlockend, dass man überhaupt erst einmal ins Gespräch kommt.
  • Beweise, dass Du ein guter Zuhörer bist, der mit echtem Interesse hinterfragt und nicht zwingend infrage stellt.
  • Lass die Meinungen stehen, die nicht unbedingt Deine sind. Übe Dich somit in Toleranz und Akzeptanz.
  • Sorge dafür, dass in einem solchen Dialog zusammen gelacht wird. Damit bleibt das Gespräch in angenehmer Erinnerung.
  • Bedanke Dich am Ende für einen interessanten Austausch.
  • Unaufdringlich immer wieder die kommunikative Nähe zu suchen, baut Vertrauen in eine Gesprächskultur auf, die keiner Mauern mehr bedarf.

Welche Meinung hast Du dazu?