Die Eingebung

Es gibt so einige Phänomene, die irgendwie als eine Selbstverständlichkeit zu unserem Leben gehören. Aber was haltet ihr von der These, dass man diese Selbstverständlichkeiten, wenn man sich ihrer einfach bewusster wird, noch viel intensiver stimulieren kann?

Eingebung – was für ein Wort!
Eine Beschreibung, die zum Ausdruck bringt, weniger selbst etwas einzugeben (vergleiche Eingabe), als vielmehr etwas eingegeben zu bekommen.

Oftmals empfinde ich „Eingebung“ im Zusammenhang mit einer plötzlichen Idee oder bei einer endlich gefundenen Antwort auf eine Frage, die ich schon lange mit mir rumtrug. Manchmal ist es auch eine Botschaft oder ein Zeichen, welches sich mir erschloss und überwiegend überraschend kam. Das ist auch der Grund, der mich bewog, über das Phänomen „Eingebung“ nachzudenken. So stellte ich mir zunächst die Frage, ob man „Eingebungen“ herbeiwünschen, bestellen oder sich selbst verordnen könne. Hm, naja, eher wohl nicht. Aber wenn ich die „Landung der Eingebung“ nicht kontrolliert steuern kann, was bedarf es dann? Abgelenkt sein? Faulenzen? Träumen?

Nun, das mögen alles wirksame Zustände sein, die der „Eingebung“ Tür und Tor öffnen, weil sie womöglich blockierende Widerstände des Alltags entriegeln, doch Eingebungs-Auslöser sind sie nicht. Ich glaube, es braucht so eine Art hintergründige Bereitschaft. Eine die sich nicht vordrängelt, verlangt oder fordert.

Es braucht zudem eine bewusste Haltung, die schon mal davon ausgeht, dass es
a) immer eine Lösung und
b) ganz oft eine Antwort gibt.

Und die wichtigste Essenz scheint diese Art ‚Gottvertrauen’ zu sein, dass uns die Muse küsst, der Stein des Weisen rollt und der Apfel vom Baum der Erkenntnis fällt. Dabei sollte die Geduld flankieren, etwas, was uns in unserer schnelllebigen und infosprintigen Zeit immer schwerer fällt.

Eingebungen mögen Blitzgedanken sein, doch wir sollten uns nicht täuschen, indem wir glauben, sie würden auf einen vorgelagerten Reifeprozess verzichten können.

Wie gehe ich nun selbst mit „Eingebungen“ um?

Ich behandle sie wie autark lebende Menschen, die für sich selbst Kriterien definieren, wann sie sich wem und wie zeigen. Ich bin dankbar, wenn sie aktiv werden und quittiere das nicht zuletzt mit einer freudig-verbalen Äußerung (Heureka). Ich weiß, dass sie in mir wohnen und hoffe somit, dass ihr Auftreten zu einer Art willkommener Ge-Wohnheit werden.

Wann hattest Du Deine letzte und vor allem bewusst wahrgenommene Eingebung?